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unser Kater Seppi mit seinem Lieblingsspielzeug, ein ausgefranzter Löwe, hier in Efringen - Kirchen im unteren großen Wohnzimmer auf dem Teppichunser Kater Seppi mit seinem Lieblingsspielzeug, ein ausgefranzter Löwe, hier in Efringen - Kirchen im unteren großen Wohnzimmer auf dem Teppich

 

 

 

 

Geboren wurde er am 3. August 2011 in der Röhn ( Hessen ) auf einem Bauernhof,

 

danch kam er zu mir nach Frankfurt in den Riederwald. Er war nun in Frankfurt kein Freigänger mehr, sondern ein " Dachgänger " ungefähr 150m Dach am Stück durfte er sein Revier nennen mitten über den Dächern von Frankfurt - Riederwald.

 

Oft hatte ich bei seinen waghalsigen Unternehmungen das Totenhemd an, denn immerhin hatten diese Wohnhäuser 5 Etagen.

 

Seppi war ein genügsamer Kater, ich war aufgrund meiner damaligen Palliativpflege sehr oft außer Haus,manchmal auch nachts. Gut, ab und zu hatte ich auch Amanda bei ihm gelassen, doch immer wieder hatte ich ein schlechtes Gewissen, denn einen Kater zu sich zu holen bedeutet nicht nur Freude und Spaß, sondern auch Verantwortung zu übernehmen. Jede freie mögliche Zeit nutzte ich  deswegen auch um zu ihm zu gehen und einfach bei ihm zu sein auch wenn es nur für ein paar Streicheleinheiten war.

 

Warum dann überhaupt einen Kater wirst Du Dich fragen ? Eigentlich, um ehrlich zu sein, nahm ich ihn wegen meiner Hündin Amanda. Amanda vermisste so sehr ihren Kater aus dem Bahnhofsviertel, sie suchte ihn überall und versuchte mit jeder Katze zu schmusen, die ihr über den Weg lief. Es zerriss mir bald das Herz wenn sie nach ihm weinte und schrie.

 

Amanda hat Seppi sofort als ihr Kind adoptiert und begann ihn zu erziehen, Seppi akzeptierte alles was Amanda mit ihm anstellte, er hatte sie als seine Mutter akzeptiert. So wuchs Seppi zweisprachig auf und lernte neben der Katzensprache auch perfekt die Hundesprache gleich mit dazu.

 

Inzwischen ist Seppi ein sehr familienbezogener Kater, der voll und ganz auf seine Menschenfamilie fixiert ist, zwar ist er ein leidenschaftlicher Freigänger immer geblieben und gibt diese Freiheit nicht mehr zurück, doch er schätzt seine Mensch - Hundfamilie trotzdem über alles, solange wir ihm seine Freiheit gewähren.

 

Man bedenke was dieser Kerl an Umzügen hinter sich hat :

 

- von der Röhn ungefragt wurde er nach Frankfurt versetzt im Alter von acht Wochen

 

- mit etwas mehr als einem Jahr ist er mit mir und Amanda in den Schwarzwald gezogen zu Monika und Luzy

 

- mit 5 Jahren ist er mit uns allen nach Sankt Julian in die Pfalz umgezogen

 

- mit 6 Jahren zog er mit mir, Monika und Luzy nach Pirmasens (Amanda verstarb leider am 28. August 2016)

 

- mit acht Jahren zog er mit uns nach Sankt Nikolaus ins Saarland weil Monika Heimweh hatte.

 

Bei jedem Umzug hielt es ihn höchstens ein paar Stunden in der neuen Wohnung, dann war Freigang angesagt. Man soll ja Katzen mindestens drei Wochen drinnen behalten nach einem Umzug, doch glaube mir , Seppi hat uns was anderes erzählt, höchstens nur ausgelacht hat er uns. Aber immer abends kam er dann auch wieder treu und brav nach Hause.

 

Seppi hat auch in der Wohnung seine Katzentoilette, doch bevor er diese benutzt, macht er uns nachts wach wenn er mal muss, ansonsten steht diese immer sauber und unbenutzt im Schlafzimmer. Lediglich wenn wir mal nicht zu Hause sind und er muss, dann besinnt er sich seiner Katzentoilette. Seppi hat in den 8 Jahren , die er inzwischen ist nicht einmal ein kleines oder großes Geschäft in der Wohnung unkontrolliert verrichtet ( ich meine damit in keine Ecke oder sonst wo hingemacht ).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Der große Schreck      Seppis Kopfwunde im Juni 2016Seppis Kopfwunde im Juni 2016

 

Am 8. Juni 2016 hat er uns in den Morgenstunden einen großen Schrecken eingejagt, er wurde in Efringen-Kirchen

von einem Auto angefahren und sehr schwer verletzt: Wir brachten ihn in die Klinik, wo er 10 Tage bleiben musste.

Die ersten Tage war es sehr ungewiss ob er es übersteht weil er zu schwach war für die notwendigen  Operationen .

Neben unzähligen Risswunden und einer großen Platzwunde am Kopf hatte er einen mehrfachen Kieferbruch und

auf einem Auge ist er nun blind. Glücklicherweise konnte der Kieferbruch nach ein paar Tagen operiert werden und

die genähten Wunden heilten auch langsam, problematisch war die große Kopfwunde, es fehlte Material zum

abdecken so dass alles langsam zuheilen musste. Aber nun nach etwas über einem Jahr merkt man diesem kleinen

Strolch nicht mehr viel an von diesem Unfall - selbst mit nur einem Auge meistert er das Leben in allen Lagen. Wir

sind sehr glücklich mit ihm und freuen uns immer wieder jeden Tag aufs neue.

Was sein Fressen betrifft, eigentlich unproblematisch - ist nicht groß wählerisch im Nassfutter und frisst auch ab

und zu etwas Trockenfutter, was wir aber auch nur zulassen solange er so gut trinkt.

Trotzdem hat er einen großen Fressmacken für den ich aber verantwortlich bin. Morgens um 6 Uhr, mittags um 12

Uhr und abends um 18 Uhr finden Sie diesen kleinen Striezi schreiend vor dem Kühlschrank wenn wir nicht

rechtzeitig reagieren. Er fordert dann seine sogenannten Belohnungen diese sind : entweder ein roher

Hähnchenmagen, ein rohes Hähnchenherz, ein rohes Stück Rinderherz - so wie es gerade kommt. Ich besorge

immer diese drei Fleischsorten für den ganzen Monat und packe jeweils drei Stück wie sie gerade kommen in ein

Tütchen was dann in der Gefriertruhe verschwindet. Jeden Abend wird eine Tüte für den kommenden Tag

entnommen. Im Kühlschrank sieht das dann so aus in einer eigens dafür gekauften Box.

 

 


 

o8. Juni 2016 : Seppis Unfall in Efringen - Kirchen

In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen, es kreisten so viele Gedanken in meinem Kopf und ich hatte wahnsinnige Angst, meinen kleinen Strick zu verlieren. Es sah am Morgen alles so schlimm aus und die erbärmlichen Schreie bis er meine Stimme hörte und ruhig war, er blutete aus Mund und Nase, an Pfoten, Beinen und der Kopf war grossflächig aufgerissen sowie eine Risswunde am linken Körper. Was muss er für Schmerzen aushalten.

 

 In dieser Nacht schrieb ich einen Brief an Seppi in der Hoffnung, dass er diese Botschaft von mir irgendwie vermittelt bekommt. Hier folgt nun der Brief :

 


 

 

Mein lieber Seppi,

 

nun schlägt Dein Herzchen schon seit dem 03. August 2011,

 unermüdlich und ununterbrochen,

 eine kleine wilde Wanz warst Du,

 als ich Dich bekam - Du hast mir gezeigt wo es lang geht,

 Du hast mir gezeigt wer der Herr im Hause ist.

 

 Anstand und Erziehung die hast Du genossen wie in einer Eliteschule

 von meiner Hündin Amanda, die eigentlich der Hauptanstoss war Dich zu nehmen.

 Was haben wir nicht alles für Spaß und Blödsinn mit Dir erlebt ?

 Weißt Du noch mein kleiner Stinker, als Du Frust in Frankfurt hattest ?

 Einfach Frust und der musste verarbeitet werden, wie ?

 Du hast die Methode gewählt ich habe sie hingenommen - zwei große Orchideen im Keramiktopf ,

 die zierten nachts meinen Schädel mit einer saftigen Beule.

 Neben dem Regal schlief ich , zu nah für Deine Begriffe und Du,

 du wolltest nur Abhilfe schaffen, es ziert sich nicht, so ein blödes Ikea Regal neben dem Bett.

 Mit dem Essen warst Du in Frankfurt nicht verwöhnt - ich bekam Dich als kleiner Tischmülleimer (liebevoll gemeint )

 

Du kanntest kein Katzenfutter, Dein Geschmack war deftige Hausmannskost. ( eben vom Bauernhof )

 Erziehung: Amanda hat Dir alles beigebracht - Du hattest Manieren und Macken wie ein Hund.

 Egal, Du warst der Seppi ( anfangs Schlappeseppel - was aber irgendwann zu einem Seppi wurde)

 Ach so, warum kamst Du eigentlich zu mir ? Amanda hatte ihren Kater aus dem Bahnhofsviertel vermisst,

 schrie nach jedem Kater und wollte mit jeder Katze und Kater draußen schmusen.

 Autsch - das hat oft weh getan, diese vermeintlich Liebe wurde mit Krallen gewürdigt.

 Damals, ich stand noch voll im Arbeitsstress überwiegend in der Palliativpflege - bedeutete -.....

 wenig Zeit für Dich mein kleiner Knoddel, sehr viel warst Du alleine doch Du

 hast es mit Haltung ertragen -

  Ausgang hattest Du wann Du wolltest - aber leider nicht wohin Du wolltest, Dein Revier in Frankfurt das waren Dächer,

die Dächer in der Rümelinstrasse bis zum Engelsplatz im Riederwald. Dein Revier, da konntest Du alles  beobachten wie ein kleiner Spanner

  Immer zwischendurch ging ich kurz nach Hause, kaum den Schlüssel in der Haustüre da ging drinnen das Geschreie los,

  freudestrahlend wurde ich jedesmal von Dir empfangen und liebkost - ohne Vorwurf, ohne Krallen ( die ich

übrigens von Dir noch kein einzigesmal gespürt habe und gezeigt bekommen habe)

  Hut ab - für diese gefestigte Stärke von Dir.

  Oft hatte ich ein schlechtes Gewissen weil Du zu oft alleine sein musstest, revanchieren wollte ich mich, bedanken oder was auch immer

    ja, da habe ich mir dann selber die Arschkarte gezeigt und wie ??

 Frisches Fleisch hatte ich Dir gekauft im Toom Markt im Hessencenter, es waren Leckerbissen von

 Hähnchen, Pute, über Herz und Mägen bishin zur Leber.

 Du hast Dich gefreut, Du hast geschmatzt , es hat geschmeckt und ich fühlte mich wohl -

 hatte ich es doch geschafft Dich zu belohnen für Deine viele Geduld.

  Nicht lange hat es gedauert und ich hatte aus Dir ein kleines Leckermäulchen gemacht, ein Feinschmecker der

 

 

 ganz besonderen Art, ein kleiner Tisch und Tafelking habe ich aus Dir gemacht.

   Scheissegal, Du hattest es verdient.

   Der Tag kam, ich lernte Monika kennen, sie besuchte uns -

   Amanda hat Dich beschützt vor der ungestümen Luzy, die keine bösen Absichten hatte.

   Aber Amanda war übervorsichtig, denn schliesslich bist Du ja für Amanda wie ein leibliches Kind.

   Ach noch was, einmal war ich wirklich sauer auf Dich!!!

   Im Riederwald in der Küche - weißt Du noch Du kleiner Stinker ? Irgendwie warst Du gefrustet und.....

   da kam das Regal in der Küche wie gerufen... es musst abgeräumt und aufgeräumt werden.

   Über der Waschmaschine - ich Trottel hatte den Deckel des Topladers offen,

   darin verschwanden die ganzen Zierereien des Regals mitsamt den steinernen Töpfchen.

   Blind war ich - nicht geschaut, wie immer im Stress.

   Bettwäsche in die Maschine und gewaschen - die Geräusche machten mir

   Angst - Maschine kaputt???

   Nein, die Beschehrung : zertrümmerter Zierrat und Blumenerde hatten sich mit der Bettwäsche vermischt. Scheissegal, es war mein geliebter Stinker

     Jeden Morgen kamen an das Küchenfenster zwei Eichhörnchen, sie holten ihre bereitgelegten Nüsse ab-

   ein Schauspiel auf das ich mich immer freute wenn ich zu Hause war, meistens war es gegen 7.00 Uhr morgens.

   Ohje - einmal vergessen die Küchentüre zuzumachen und Du ??? Du

kleines Monster ein Satz auf das Küchenfenster, die Eichhörnchen kamen niemehr

    Scheissegal Du bist mein kleiner Stinker.

   Umzug in den Schwarzwald, ein richtiges Paradies für Dich mein Knoddelchen, kastriert warst Du ja schon , also falls Du nach draußen gehst kannst Du nicht unkontrolliert für Nachwuchs sorgen

Geplant waren mindestens 3 Wochen hier "Wohnungsarrest" damit Du weißt wenn Du streunen gehst -

   wo Du hingehörst mein kleiner Stinker.

   3 Wochen - was habe ich mir dabei gedacht ohne Dich zu fragen ? Peinlich und Dumm wie naiv ich doch war.

   Du hast uns ganz schnell gezeigt wie lange für Dich 3 Wochen sind und was Du davon hälst.

   Aus den 3 Wochen machtest Du 3 Tage, aber alles war gut... Du bist clever gewesen und kamst immer treu und brav heim.

   2015 Ostern da haben wir gezittert und wie!! 4 Tage warst Du spurlos verschwunden, wir haben gehofft und gebangt.

    Irgendwie scheinst Du eingeschlossen gewesen zu sein. ! ... Dienstags nach Ostern, morgens oder Vormittags,

   ein ganz bekanntes Geschrei vor dem Schlafzimmer... Seppi war da, schnell habe ich Moni im Büro angerufen.

   Es war ein Geschenk für uns, wir hatten Dich wieder in unserer Mitte.

   Einmal kamst Du nach Hause, den ganzen Mund hattest Du aufgerissen bis zur Nase - was war passiert ?

   Wir wissen es bis heute nicht.

   Behandelt haben wir selber - die alte Art der Wundbehandlung :

   Wasserstoff zum spülen, Leukasekegel für in die Wunde, im Wechsel Betaisodona und Leukase Salbe und siehe da...

   langsam hat es geheilt, die Schnauze war etwas schief, aber...scheissegal wir lieben Dich doch...

   Die letzten Monate - da hast Du uns das Leben manchmal schwergemacht, immer und immer wieder kamst Du nach Hause,

   im Gepäck Mäuse und Vögel, teilweise lebendig, teilweise schon gekillt, oft haben wir geschimpft, vergebens...

   Extra ein Halsband mit Glöckchen gekauft - ausgelacht hast Du uns damit, draußen vor dem Schlafzimmer,

 da hast Du es Dir selbst wieder ausgezogen, ist ja auch saublöd von mir gewesen, das störte Dich doch in Deinen Aktivitäten. - Und nun :

    meine innigste Bitte an Dich Seppi, bitte, bitte überlasse mir oder uns nicht die Entscheidung. Ich beuge mich

 Deines Verlangens und Deines Befindens, es ist Dein Leben wir dulden alles, außer unnötigen Qual und Schmerz.

   Seppi, viele jahre habe ich Palliativpflege gemacht und hatte Respekt vor den Sterbenden,

   ich habe nie eine Entscheidung gefällt zum Nachteil des Patienten,

   ich habe nie nachgeholfen sondern die Natur entscheiden lassen, jedoch habe ich dafür gesorgt

   dass alles ohne Schmerz und ohne psychische Folter abläuft,

   bitte lasse den Fall nicht eintreten dass wir entscheiden müssen,

   Seppi da verlangst Du zuviel von Monika und mir,

 

 

   glaube es mir, es ist keine Faulheit oder Flucht vor Verantwortung,

   es ist Liebe, Liebe die im Moment so weh tut weil wir alle machtlos sind.

   Seppi, wenn Du Dir sicher bist, dass Du die Operation überstehst, dann kämpfe !

    Seppi, wenn Du Dir sicher bist dass Du nach der Operation nicht auf "Pflege" angewiesen bist,

   dann kämpfe mein Stinker, kämpfe mit unserer Unterstützung!

 Seppi, wenn Du annähernd ein lebenswertes Leben nach der OP geniesen kannst,

   dann kämpfe mein Kämpferherz!

   Seppi, wenn Du merkst Du schaffst das nicht, dann lasse los! Wir würdigen Deine Entscheidung ohne Vorwurf.

   Seppi, wenn Du merkst, Du bist nach der OP nicht mehr selbstständig, dann lasse los, wir ziehen unseren Hut vor Dir.

 Seppi wenn Du merkst Du bist zu schwach und hast keine Kraft mehr,dann lasse los. Das ist Stärke.

 Mein lieber Seppi, wie Du auch entscheidest, bitte bitte mache es uns auch nicht so schwer, lasse und nicht

 Herrscher über Dein Leben sein, lasse uns nicht bestimmen, bisher hatten wir geimeinsam immer viel Spaß, dann

 lasse uns auch gemeinsam das Leid meistern, Du bist nicht allein.

   Vielleicht erreichen Dich gefühlsmäßig diese Zeilen,

   vielleicht bringen ein paar Täubchen Dir diese Botschaft in die Klinik

   Seppi wir beten für Dich und kämpfen.

   Wir lieben Dich doch unser kleiner Stinker, unser Bobbelchen, unser Herr und Gebieter, wir sind gerne Deine

 Untertanen auch wenn es um diese ekelhafte ernste Entscheidung geht.

   Gute Nacht mein Seppi, schlafe gut und denke über mein Angebot nach, wir schlafen auch drüber

 aber stehen nach wie vor zu unserem Wort.

   Wir wollen Dich nicht verlieren und wenn doch dann in Würde!!!

   Deine Familie Monika, Amanda, Luzy und Daniel

 rechts , die Katzen könnten eineiige Zwillinge von meinem Seppi sein


 

 

 ...das waren mit großem Abstand die schlimmsten und schmerzhaftesten Zeilen, die ich bisher in meinem Leben verfasst

habe. Aber sie sind angekommen bei ihm - wie weiß ich nicht, ist auch ehrlich gesagt egal, denn er hat es geschafft.

Wenn ich daran denke, als die Tierärztin bei der Aufnahme sagte, dass sie uns erst am Abend näheren Bescheid geben

konnte... Dann die Diagnosen, neben den ganzen Wunden an Kopf, Körper und Beinen, besonders am Kopf kam dann bei

der endgültigen Diagnose auch noch ein doppelter Kieferbruch dazu.

Sie sagte, dass sie nur die Wunden am Körper, Beinen und Pfoten nähen konnte, sein Zustand sei sehr kritisch, zu

schwach und instabil, so dass sie den Kieferbruch noch nicht operieren kann, da er die Narkose nicht überstehen würde.

Weiter die große Wunde am Kopf könne sie nicht schliessen, da er zu wenig gesundes eigenes Material zu abdecken habe

und so müsse die diese langsam von selber zuwachsen, was Geduld erfordert aber es geht.

Nach 7 Tagen rief uns die Ärztin dann wieder an. ( Das Telefon war in diesen Tagen ein Feind geworden, bei jedem

Klingeln hatten wir Angst, es könnte die Praxis sein ). Sie sagte uns, dass Seppi jetzt soweit stabil sei, dass die Operation

am Kiefer gemacht werden könne und fragte ob wir dies möchten, da es nochmals zusätzlich eine finanzielle Belastung sei.

Um Gottes Willen, Geld war uns egal, lieber hätten wir auf alles verzichtet. Selbstverständlich willigten wir ein und drei

Tage später rief sie erneut bei uns an.

 


 

 

Der Tag als die Tierärztin erneut anrief,

sie sprach etwas anders als sonst, sagte aber gleich, dass die Kieferoperation gut verlaufen ist.

Doch mit etwas belegter Stimme sagte sie noch, so wie es aussieht hat Seppi eine Rückgratverletzung, er kann nicht

laufen und zieht sich halb liegend zum Wassernapf und Fressnapf. Näheres könne man aber erst untersuchen wenn die

Wunden verheilt sind. - Es war so grausam, es hat so weh getan diese Nachricht, doch wir würden auch hier einen Weg

für ihn finden der sein Leben noch lebenswert machen würde. er war doch noch nicht ganz 5 Jahre alt, hatte noch soviel

vor sich.Sofort fuhren wir in die Praxis und nahmen seine Transporttasche mit , die Ärztin packte ihn in die Tasche und brachte ihn zu uns in den Behandlungsraum. Er hörte meine Stimme und fing an zu schreien, versuchte die Tasche zu öffnen - ich öffnete und es schauten mich zwei vertraute Augen an er schmuste konnte gar nicht genug bekommen und dann der Hammer, Seppi hüpfte aus der Tasche runter auf den Boden und tanzte durch den ganzen Raum, fit und freudig als hätte er nichts. Von wegen Rückgratverletzung, es war nichts anderes als Heimweh nach seinen vertrauten Personen, er hätte sich auf kurz oder lang aufgegeben weil er dachte wir wollten ihn nicht mehr oder wir wären nicht mehr. Das Spiel hat knapp 1100 Euro gekostet, doch er war es jede Sekunde wert.Die Fäden von der Kiefer OP, besser gesagt der Draht wurde drei Monate später gezogen in der Pfalz da wir umgezogen waren.

 

 17. November 2019 (Sandras Geburtstag)zwei Wochen im Saarland und wieder ein Unfall.....

 

Erneuter Unfall am 17. November 2019 Sonntags morgens in Sankt Nikolaus. Zum November waren wir hierhin

umgezogen. Die ersten zwei oder drei Wochen wollten wir ihn nicht rauslassen, auch wenn ein schöner großerGarten

hinter dem Haus ist und Wege in Richtung Feld und Wald führen, so gibt es auch die Vorderseite, die an einer stark

befahrenen Strasse liegt. Das wurde dem armen Kerl an diesem Sonntag morgen zum Verhängnis.

 

Leider haben wir es selbst nicht mitbekommen, unser Nachbar von oben sagte Bescheid dass er angefahren wurde und

abgehauen sei in Richtung Garten. Alles suchen und rufen war erfolglos. Monika hat die ganze Umgebung abgefahren,

alles erfolglos. Am Abend und in der Nacht kam er nicht nach Hause. TASSO informiert und gemeldet, denn er ist gechipt.

Mit Sandra ( Monis Tochter ) beratschlagt, bis sie dann sich entschloss, Dienstags früh morgens mit ihren beiden

ausgebildeten Suchhunden Double und Stitch zu kommen. Aber von Montag auf Dienstag nacht um 1.30 Uhr ungefähr

hörte ich deutlich meinen Seppi reden draußen, Monika meinte dass ich jetzt wirklich am spinnen sei. Schnell wollte ich

nach draußen ihm die Küchentüre aufmachen, dabei stolperte ich ekelhaft und verletzte mich am Knie, alles egal Seppi lies

den Schmerz vergessen. Ich öffnete die Tür und vor mir stand ein heftig erzählender Seppi auf dem Arm bin ich dann

ihm ins Schlafzimmer, sofort kuschelte er sich auf sein Kissen im Bett zwischen uns. Er humpelte ein wenig, ansonsten

nichts an Verletzungen. Alle waren wir glücklich, auch Sandra. Sie blieben dann bis Mittwoch mittag noch zu Besuch..

Nun hoffe ich inständig, dass kein Unfall mehr mit ihm passiert und wir nur noch Spaß zusammen haben.

 

23. Juli 2020

glücklicherweise keine Unfälle mehr erlebt.

Seppi fing nun in den 3,5 Wochen die Moni im Krankenhaus lag mich und Luzy beim Abendgassi in den Wald zu begleiten. Es macht ihm sichtlich Spass mit uns in den Wald zu gehen und auch mit uns wieder zurück. Zwischen 1,5 und 2 Stunden dauern diese Spaziergänge, die er tapfer meistert. Lustig wird es immer wenn uns Leute mit oder ohne Hund entgegenkommen, Seppi sieht diese ja schon von weitem, doch dann siehst du keinen Seppi mehr. Entweder verschwindet er in einem Feld oder im Wald. Letztens traute ich meinen Augen nicht, Seppi verschwand auf einem Baum, das schien ihm sicherer.

Besonders herzig ist es wenn er sich freut, dann hüpft er wie ein Kind lustig durch die Gegend auf dem Weg, manchmal bleibt er ein Stück hinter uns und kommt dann angeflitzt an Luzy und mir vorbei und wartet dann wieder auf uns.

Obwohl ich ein Stück durch die Schulstrasse laufen muss, bis erstmal das Feld beginnt bleibt er lieb auf unserer Bürgersteigseite, so als würde er meine Angst spüren die ich habe, dass er in ein Auto läuft. Manchmal verschwindet er in einem Vorgarten oder hinter einem Haus, so als wolle er mir sagen.... hier kenne ich mich aus, oder eine Abkürzung. Egal ich freue mich über jede Bgleitung von ihm und hoffe es gibt noch viele

 

im Juli 2020 :Seppi und die Liebe zum Busfahren

Ja, es ist kaum zu glauben aber wirklich wahr.

Mein Seppi hat immer wieder lustige Flausen im Kopf die mich diesmal fast in Panik versetzten. Wie so oft war er nicht zu Hause als ich zum Krankenhaus fuhr, doch das ist nie ein Problem. Zwar kommt Seppi dann nicht in die Wohnung, hat aber draußen genug trockene und schattige Stellen wo er sich geschützt aufhalten kann.  Moni lag noch im Krankenhaus und ich hatte alles gepackt um zum Bus zu gehen. Ein paar Minuten stand ich an der Haltestelle bis der Bus kam. Ich bin eingestiegen und während dem bezahlen sagte der Busfahrer zu mir " Oh heute in Begleitung " ich sagte nee, nur eine normale Tageskarte. Viele Busfahrer kannten mich inzwischen da ich fast jeden Tag nach Püttlingen zum Krankenhaus fuhr.

So drehte ich mich um und traute meinen Augen nicht. Seppi stand hinter mir im Bus und wollte mit. Ich sagte zum Busfahrer " Ach du scheisse, mein Kater den kann ich doch nicht mitnehmen zum Krankenhaus "und war sehr nervös. Der Busfahrer bemerkte, wie mich diese Situation belastete und fragte wo ich wohne. Ich sagte nur zwei Häuser weiter dort wohne ich. Wollte mich entschuldigen und bat ihn mir die Türe zu öffnen um den Kater nach Hause zu bringen, sagte dass ich ihn nicht mitnehmen kann ins Krankenhaus, dass er sicher sein Frauchen vermisst und genau weiß dass ich zu ihr fahre. Doch nun muss ich einen Bus später nehmen. Der Buafahrer war total lieb und meinte " Komm ich fahr dich nach Hause, bringe den Hampelmann rein ich warte die zwei Minuten bin gut in der Zeit" Ich war so froh und hätte ihn am liebsten gedrückt für seine Freundlichkeit und Hilfe. Nun passe ich immer mit Adleraugen auf, dass mir das nicht nochmals passiert.

 

 

 

Seppi und seine Nächstenliebe : besser gesagt : "aus Nächstenliebe wurde Liebe"

...hier geht es bald weiter mit dem n#chsten Artikel, Seppi gabelte eine hungrige Katze auf und gewährte ihr Nachtasyl und teilte sein Futter...genaueres zwischen 22.8.20 und 24.8.20....

ja, aber Hallo, aus der " Nächstenliebe " wurde Liebe, der kleine Strick kommt jetzt öfter an die Hintertüre und will ihn abholen, manchmal wartet sie auf der anderen Strassenseite auf ihn und er beeilt sich, schnellstens zu ihr rüber zu kommen. Schön wenn man eine so harmonische Tierliebe erleben darf.

31.08.2020...ja. zwischen Seppi und seiner Liebe hat es gefunkt. Putzig finde ich das und ich gönne es ihm - weißt Du, er hat sehr geliten als wir von Pirmasens weggezogen sind und er seinen geliebten Leo zurücklassen musste. Leo und Seppi waren ein unzertrennliches Pärchen. Wer morgens früher raus durfte ging rüber zum anderen um auf diesen zu warten, dann gingen beide auf Tour. Leo war ein pechschwarzer zierlicher Kater, genauso zierlich wie Seppi. Als wir weggezogen waren, ging Leo die Anfangszeit jeden Tag rüber um nach seinem Seppi zu suchen, er frass nicht mehr richtig und war sehr traurig - Seppi ging es hier nicht anders, doch dann fand er hier einen neuen Freund, einengetigerten Kater. Irgendwann war dieser verschwunden und Seppi traurig, er suchte überall und man merkte ihm an, dass er einfach traurig, sehr traurig war. Es dauerte lange bis er sich traute Anschluss zu suchen weil er sich einfach davor schützen wollte wieder eine Enttäuschung hinnehmen zu müssen. Nun fand er wieder etwas liebes, sie kommt öfters an die Haustüre, doch wir möchten sie nicht mehr hereinlassen. Sie war ja schon einmal eine ganze Nacht hier als Moni im Krankenhaus lag, frass Seppis Futter leer, was er problemlos duldete, schlief sogar im Bett was er auch duldete, nur durfte sie nicht neben mir liegen - da legte er sich demonstrativ dazwischen. Sie benutzte Seppis Toilette, schmuste und spielte mit Luzy. Passen würde das schon, doch sie muss ein Zuhause haben, denn sie ist sehr gepflegt, eine ganz hell getigerte Perser Mix und wenn diese kein Zuhause hätte, dann würde man das am Fell direkt sehen. Ich sag einfach " SIE " bin mir aber nicht sicher ob es vielleicht auch ein Kater ist, doch vom Gesicht her sage ich einfach mal " SIE ". Fotos folgen, diese hab ich auf dem Handy, ich muss sie nur rüberziehen diese Tage.

So hat er jetzt jemand gefunden, mit der er tagsüber draußen schöne Stunden verbringen kann. Bei Moni war sie letztens auch an der Tür, sie machte große Augen, denn diese Tante hatte sie ja noch nicht hier gesehen. Aber sie haute auch nicht vor Monika ab.

Ach ja, ich gönne es Seppi einfach von Herzen, denn er hat es verdient. So ein liebevoller Kater wie er ist, so charmant und wohlerzogen, davon gibt er bestimmt einem so lieben Mädchen vielrs ab, auch wenn er behindert ist wie er. Seppi hat ja bei seinem schweren Autounfall in Efringen - Kirchen ein Augenlicht verloren, ein paar Zähnchen weniger, ein schiefes Schnäuzchen, den ganzen Kopf voller Narben, die aber wunderbar zugewachsen sind so dass man diese nur bei genauem hinschauen erkennt. Kastriert ist er aus Verantwortungsbewusstsein auch - die Tierheim sind voll von Katzen die ausgesetzt oder abgegeben werden, da muss er auch nicht noch für unkontrollierten Nachwuchs sorgen und lieben kann er auch ohne funktionierenden Penis, er wurde auch sehr früh kastriert, so dass er noch gar nicht in den Genuss der Fortpflanzungslust kam, also dieses nicht kennt. Außerdem ist es auch für uns ein großer Vorteil dass er rechtzeitig kastriert wurde, so hat er auch noch nie in der Wohnung markiert und gerade soetwas ist nicht nur überiechend, sondern schon ekelhaft und man bekommt den Gestank nicht weg und er wird dadurch immer wieder animiert. Also haben wir die Kastration, besser gesagt ich, auch für uns machen lassen was auch gut so ist. Jedenfalls hat ihm diese Kastration nicht geschadet und ich rate jedem der nun nicht unbedingt Zuchtkatzen hat, das auch zu tun. Es ist einfach verantwortungsbewusst den armen Tigerchen geenüber von denen es soviele gibt, die sich nach einem sicheren liebevollen Zuhause sehnen.

Nun warte ich einmal ab, was das kleine Tagebuch von Seppis Liebe demnächst alles berichten kann, natürlich nur das, was wir mitbekommen - was er uns verheimlicht, da haben wir eben Pech gehabt. Aber gönnen wir ihm doch auch seine kleinen süßen Geheimnisse...

Euer Daniel-Thomas mit Seppi seiner Hochwürdigkeit

Dickkopf Daniel mit Kater Seppi, Seppi auf der Bank im Feld in Richtung Wald in Sankt Nikolaus beim gassigehen mit LuzyDickkopf Daniel mit Kater Seppi, Seppi auf der Bank im Feld in Richtung Wald in Sankt Nikolaus beim gassigehen mit Luzy

Danke !

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