Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Trauerarbeit und Trauerbegleitung

Liebe Leserinnen und Leser,

hier erwartet Sie ein Thema, was mit Sicherheit vielen von Ihnen sehr nahe geht, viele von Ihnen wurden mit dem Thema Trauer schon konfrontiert, teilweise auf grausame unerwartete Art, die auch nach vielen Jahren immer wieder schmerzt, immer wieder werden diese Wunden aufgerissen. Ganz besonders dann, wenn man nicht die Möglichkeit hatte, eine vernünftige Trauerarbeit zu machen.

Was bedeutet eigentlich eine vernünftige Trauerarbeit fragen Sie sich vielleicht jetzt, das möchte ich Ihnen mit meinen Worten näher bringen, so, wie ich mit den Angehörigen meiner Patienten gearbeitet habe nachdem sie von uns gegangen waren. Ich selber habe meine Lebensgefährtin durch eine solche Trauerarbeit kennengelernt, durch Zufall. Ich hatte das Bedürfnis damals sie aus der Ferne zu unterstützen - kannte weder sie, noch ihren Mann persönlich. Über das Internet damals ( " wer kennt wen " ) hatte ich Monika kennengelernt über ein Foto von meiner damaligen Therapiehündin Amanda, wir hatten über ein Foto diskutiert von Amanda, so kam es zu der Internetbrieffreundschaft mit ihr.

Schnell erfuhr ich aus den Schreiben, wo Monika stand, ganz unten - vier Kinder im Umkreis von 20 Kilometer lebend, trotzdem alleine, alleine mit ihrer Trauer weil sie das Kindern nicht zumuten wollte.

Ich habe sie dann gebeten, weil sie nachts nicht schlafen konnte, mich einfach anzurufen - es passte doch so gut, ich hatte eine Patientin die nachts sehr unruhig war, eine Magensonde und aufgrund der Unruhe musste ich regelmäßig kontrollieren, ob alles noch seine Richtigkeit hatte, sie fixieren wollte ich nicht, auch wenn ich von den Angehörigen die Erlaubnis hatte, manchmal ist es einfach menschlicher, nicht den einfacheren Weg zu wählen...

So konnten wir nachts ungestört reden und Monika hatte keine Scheu beim reden, denn ich war weit enrfernt, konnte sie dabei ja nicht sehen - das hatte zur positiven Folge, dass Monika ganz offen über ihre intimsten Ängste sprechen konnte, was ihr geholfen hat, langsam das erlebte zu verarbeiten und bearbeiten. Langsam bekam sie wieder Lust am Leben, konnte auch mal lachen, ohne gleich wieder die Angst zu haben, dass man doch in einer Trauersituation nicht lachen dürfe, was sagen denn die Leute dazu. Ja, leider war Monika in dieser Beziehung einfach fertig und kaputt - doch das haben wir beide hervorragend gemeistert, die damit gesäte Frucht brachte viele Früchte, die Früchte unserer inzwischen gemeinsamen 7 Jahre die wir in einer glücklichen Beziehung leben. Aber nicht neidisch werden, wir hatten und haben heute noch viele Höhen und Tiefen, die zwar anderen Ursprungs sind, aber sie sind nun mal und fordern uns ganz schön brutal manchmal. Doch unsere ehrliche Liebe, die wir füreinander empfinden und ausleben, die hilft uns auch das zu meistern.

Wenn Sie jetzt betroffen sind, von dem Verlust eines ganz lieben und nahestehenden Menschen, dann dürfen Sie mich jederzeit privat anschreiben über das am Ende speziell angehängte Kontaktformular "Hilfe bei Trauer". Haben Sie keine Scham, probieren Sie es einfach einmal.

 

Schauen Sie, in erster Linie ist es oft sehr hilfreich, bei dem plötzlichen Tod eines nahen lieben Menschen ihm zu schreiben. Sich einmal hinzusetzen, ihm zu schreiben, was Ihnen auf der Seele brennt, was Ihnen so weh tut. Ihn fragen, warum er / sie einfach abgehauen ist. Egal, wie lange dieser Brief wird, je länger, schreiben Sie aber auch auf jeden Fall über Ihre gemeinsamen Erlebnisse, teilen Sie ihm mit wie es Ihnen gefallen hat, was daran am schönsten war und auch wie weh es gerade jetzt tut, wo Ihnen bewusst ist, dass Sie das jetzt auf dieser Erde nicht mehr gemeinsam erlegen können. Schreiben Sie ihm, wie Sie sich kennengelernt haben und wo, auch wie Sie sich dabei gefühlt haben, welche Ängste Sie hatten, Eifersucht etc. Schreiben Sie ihm auch über Ihren Sex, wie schön er war oder was hätte besser sein können - auch das ist ein gemeinsames Thema von Ihnen beiden, das gehörte genau so zu Ihnen, wie duschen oder frühstücken.

Schreiben Sie ihm so wie ihn über die Lippen oder Kugelschreiber kommt, achten Sie nicht unbedingt auf Schönschrift oder Stil, sondern lassen Sie Ihr Herz sprechen.

Diesen Brief legen Sie weg, weg an einen Ort der nur Ihnen bekannt ist, denn das ist ja soetwas wie ein intimes privates Gespräch, was sie mit diesem Menschen unter vier Augen geführt haben.

Immer, wenn es Ihnen danach ist, schreiben Sie und wenn es x  mal das selbe ist, er / sie dort oben hat Geduld, das auch nochmal und nochmal wieder zu lesen.

Gut was ist nach dem Tod und was nicht, darüber wird gestritten, solange Menschen leben deshalb muss man den für sich besten Weg wählen, da muss man für sich ernsthafte Verantwortung übernehmen und diese auch umsetzen, denn schliesslich hat man ja auch noch Verpflichtungen den nahesthenden lebenden Menschen gerecht zu werden, sei es Kindern und Enkelkindern, vielleicht noch Eltern oder Schwiegereltern, Arbeitskollegen Freunden und wer noch alles. Bei allem Respekt vor der Trauer darf man sie nicht vergessen, denn diese Personen sind wichtig für den weiteren Lebensweg. Gut, es bleibt jedem überlassen, auch einen Schnitt zu machen und für dich zu entscheiden, wer einem jetzt überhaupt noch wichtig ist oder wer jetzt noch wichtiger geworden ist. Auch bei einem Trauerfall fallen da sehr oft Entscheidungen, wotüber man sich früher wenige oder kaum Gedanken gemacht hat.

Was auch wichtig ist, legen Sie wert auf Ihr Erscheinungsbild, wenn Sie jetzt ständig mit verheulten Augwen aus dem Haus gehen, dann hat dafür jeder gesund denkende Mensch Verständnis, wenn Sie aber beginnen sich nicht mehr zu pflegen, die Körperpflege vernachlässigen, sich verkriechen, zu hungern, zu fressen, zu trinken dann gibt es nur wenige die das verstehen und die wenigsten die den Mut haben, sie beiseite zu nehmen und ein ernsthaftes Wort mit ihnen reden. Noch weniger, die sich Gedanken und Mühe machen, mit Ihnen einen gemeinsamen Weg zu finden, wo Sie professionelle Hilfe bekommen. Sie wissen sicher, was ich damit sagen will liebe Leserin und lieber Leser.... irgendwann stehen Sie nämlich alleine da und drehen ungewollt den Spieß um, indem Sie die oder den von Ihnen gegangene Mensch für Ihren Zustand verantwortlich machen - genau das dürfen Sie nicht, es ist unfair und unmenschlich und wissen Sie auch warum ? Sie haben die Möglichkeiten sich gegen solche Anschuldigungen zu wehren mit Ihrem Mund, der reden oder schreien kann, mit Ihren Zähnen die beissen können, mit Ihren Händen die schlagen und etwas werfen können. Doch was hat der oder die von Ihnen gegangene ? Nichts dergleichen, auch wenn er Mund, Hände und Zähne hat, er hat Ohren die alles verstehen und hören, er hat Augen die alles sehen, doch er hat nicht mehr die Kraft, Mund, Hände, Zähne Augen und Ohren zu gebrauchen - ist den Anschuldigungen hoffnungslos audgeliefert. Verstanden was der Unterschied ist ?

Gerade im Moment seit ein paar Tagen, beschäftig mich eine gute Freundin sehr, sie hat ihren Partner mit dem sie drei Jahre zusammen war auf einem der schrecklichsten Wege verloren, die man sich vorstellen kann. Plötzlich ohne Voranmeldung verstorben mitte 40 das ist hart unds so brutal. Die gute Freundin von mir ist schon seit Jahren psychisch schwer angeschlagen und geht öfters in die Klinik. Seit sie mit ihrem Freund der jetzt verstarb, haben sich die Klinikaufenthalte sehr minimiert, er hat ihr sehr gut getan und es war eine gefestigte Beziehung soweit es ihre Erkrankung zugelassen hat, ich habe innigst gehofft dass sie selbst den Weg in die Klinik wählt und sich dort die notwendige, gerade jetzt erstrecht nowendige Hilfe holt. Sie ist gegangen, das hat selbst mir gut getan, wissen Sie, wenn ich einen Menschen mag, dann nehme ich auch an ihm teil, auch an den Ängsten und Sorgen. Dank whatsapp melde ich mich alle zwei Tage bei ihr, auch wenn es nur gute Nacht sagen oder andere Kleinigkeit ist, aber sie soll spüren, da ist jemand, dem bin ich es wert nicht aufzugeben. Ich habe ihr jetzt ein kleines Päckchen geschickt, der Inhalt geht jetzt hier nicht unbedingt jemand etwas an, es ist einfach eine Kleinigkeit zum hinstellen wo sie immer das Gefühl hat, da ist jemand der denkt an mich, den kann ich anrufen wenn mich alles ankotzt, der hat ne Partnerin die nicht eifersüchtig auf mich ist. Manchmal schreib ich ihr auch einen oder anderen Ratschlag auf, aus den Erfahrungen die ich in meinen letzten 7 Jahren pallitive Pflege mit trauernden Angehörigen gemacht habe. Hier möchte ich nun nicht unbedingt Ratschläge verteilen, denn gerade bei diesem schwierigen Thema gibt es keine Ratschläge die auf alles passen, gerade da ist große Vorsicht geboten da man auch unüberlegt viel Unheil anrichten kann, das möchte ich hier ganz deutlich betonen.

Warum heißt es denn Trauerarbeit und Trauerbegleirung ? Man kann im Grunde genommen eigentlich nur begleiten, diesen schwierigen Weg mit jemand gemeinsam gehen, damit er nicht umkippt, damit er sich nicht verläuft, damit er nicht unüberlegt gefährliche Wege einschlägt. Einfach nur da sein, das ist wertvoll und unbezahlbar.

Wenn Sie mit diesem Thema jetzt Probleme haben und betroffen sind, Angsthaben, es nicht zu schaffen - ich habe gerne ein offenes Ohr weil ich weiß wie scher es ist und aufgrund meiner beruflichen Erfahrung und Arbeit gehörte Trauerarbeit und Begleitung zu meinem täglichen Brot.

Oft musste ich mir anhören, wie kann man denn an palliativer Pflege ( Sterbebegleitung )Spaß haben. Ich kann von mir aus sagen, ich hatte viel Freude bei meiner Arbeit, wissen Sie, wenn man es einem todkranken Menschen ermöglicht, ruhig und ohne Schmerzen einzuschlafen, wenn man es ihm ermöglicht sich noch im Frieden von Angehörigen zu verabschieden wo jahrelanger Streit Kontakt unmöglich machte, wenn man einem Patienten nahe dem finalen Stadium seine heißersehnte Zigarette, Rotwein oder Bier (auch nur mit Sprühfläschen verabreicht ) gönnt, wenn sie dann ein kleines lächeln erleben, das ist wertvoller als Gehaltsabrechnung werte Leser.

Gut ich muss ehrlich dazu sagen, aufgrund einer schlimmen Kindheit blieb mir Anerkennung immer verwehrt, gerade Anerkennung ist doch so lebenswichtig. Ich habe meine Anerkennung tatsächlich erst in der Pflege, besonders in der palliativen Pflege erfahren und geniessen dürfen deshalb habe ich auch Sachen und Arbeit geleistet die weit üder dem normalen Maß lag, einfach weil ich dankbar und glücklich über die Anerkennung war. Ich habe glücklicherweise nie zu den Menschen gehört, die ihre schlimme Kinheit als Grund vorgeschoben haben, wenn etwas nicht nach Plan lief. Nein, ich habe es immer versucht anders, ohne Gewalt und Zwang zu machen, die Bedürfnisse und Gefühle meines Gegenübers zu respektieren und zu würdigen.

Gut, komme ich jetzt zum Ende, wie gesagt durch das u.a. Kontaktformular können Sie mich jederzeit kontaktieren

Ihr Daniel-Thomas Müller

 

 

 

Besucherzaehler
Durch * gekennzeichnete Felder sind erforderlich.

 

 

30 Texte ( Spruchgalerie ) Nr. 31

 

 

 

Auf Social Media teilen

Besucherzaehler