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ja, mit der Liebe - das ist etwas, was man eigentlich in Worten gar nicht so recht ausdrücken kann.

Viele Jahre war Liebe, Beziehung, Gefühle für mich überhaupt kein Thema mehr - ich hatte dafür weder im Kopf, noch im Bauch Platz zur Verfügung. In erster Linie drehte sich in meinem Leben alles um meine Patientinnen und Patienten und deren Wohlbefinden. Dazu kam, dass gerade die "Hochwürdigkeiten" meiner Damen auch noch extrem eifersüchtig waren, wenn es um Frauen, Liebe und Gefühle ging. Hierzu ein Beispiel, verständlicherweise mit Nicknamen.

In dem Haus hatte ich mehrere Patientinnen in Betreuung und Pflege, alle kannten sich untereinander und respektierten sich.

Wie nicht selten gab es eine Dame, die * Emma * sie war sehr eifersüchtig besonders auf eine Patientin, die auf der gleichen Etage wohnte. Die Patientin auf die sie so eifersüchtig war, die *Philomena* war sehr sehr krank und umarmte täglich den Tod zur allmorgendlichen Begrüßung. Finanziell war sie auch die Ärmste von allen, doch da machte ich kein Unterschied, bei mir waren alle gleich und materialistisches Denken und Handeln hatte da keinen Platz.

Philomena hatte sehr abgebaut und an dem Abend ging es ihr so schlecht, dass nicht guten Gewissens nach Hause zum schlafen konnte, so blieb ich mit Amanda über Nacht was die Philomena natürlich erfreute - sie hatte das aber auch verdient, wenn es überhaupt aussprechen darf, sie war auch meine Lieblingspatientin. Bei ihr hatte ich auch eine Tasche stehen mit Kulturbeutel und frischen Klamotten und Nachtwäsche, genau für solche Situationen.

Um 22.00 Uhr ging ich mit Amanda nochmal Gassi, nachdem ich Philomena versorgt und zu Bett gebracht hatte. Irgendwie hatte mich auf dem Flur die Emma noch gehört, als ich mit einer anderen Bewohnerin über die extreme Hitze sprach und ihr nahelegte genug zu trinken. Pflegerisch hatte ich mit dieser Dame nichts zu schaffen.

In der Nacht als ich bei Philomena auf Toilette ging, benahm sich Amanda so sonderbar, nicht wie gewohnt schlief sie bei der Patientin im Bett, sondern sie lag vor der Haustüre schnüffelnd, was nervte. Ich rief sie ein paarmal, dass sie vom Flur hereinkommen sollte, nee nichts zu machen. Gut, ich dachte es sei wegen der Hitze und verschwendete keinen Gedanken daran. In diesen Situationen, wenn es jemand so schlecht ging war möglichst in der Nähe um sofort mit zu bekommen, wenn etwas war. Bei Philomena schlief ich im Ehebett, so konnte ich ganz sicher sein und hörte deswegen die Ungereimtheiten nicht auf dem Flur.

Morgens gegen 6.30 Uhr lag Amanda immer noch an der Tür, ich traute meinen Ohren nicht, denn ich vernahm ein schnarchendes Geräusch - aber sonderbarer konnte es nichts wichtiges sein, sonst hätte Amanda Theater gemacht, wenn Fremde im Hauptflur waren.

So zog ich mir was über, öffnete die Türe und traute meinen Augen und Ohren nicht - im Schaukelstuhl vor Philomenas Tür saß Emma schläfrig gerade durch das öffnen der Türe wach geworden und schrie und schimpfte den ganzen Etagenflur zusammen : "Hab ichs doch gewusst, du hast was mit der, Du pennst bei der Du Hurenbock, bei mir hast du keine Zeit zu pennen, zu mir kommst Du nachts nicht ...weiß der Teufel was nicht noch alles von sich gab.

Ich glaube, dass ich in diesem Moment knallrot anlief und mich in Grund und Boden schämte , denn plötzlich gingen in den restlichen 3 Wohnungen auch die Türen auf und vier alte Weiber standen auf dem Flur, in ihren Nachtgewändern zahnlos zerzaustes Haar und grinsten sich eins..

Am kommenden Tag hab ich dann mit Emma ein ganz ernstes Wort gesprochen, denn sie war mit ihren 94 Jahren noch geistig voll fit und aufnahmefähig. Habe in Frage gestellt ob ich überhaupt bei ihr weiterarbeiten könne ( nur zum Schein) nur so konnte ich ihr ihr völliges Fehlverhalten näher bringen. Was dann kam war eine Entschuldigung die wirklich ehrlich war, sie hat dann der Philomena immer mal ein kleines Geschenk gemacht weil sie plötzlich verstand, wie gut es ihr menschlich und finanziell überhaupt geht und dass man damit nicht über andere urteilen darf. Es war schön, was wir damit erreichten - zweimal gemeinsamen Kaffeenachmittag, das gemeinsame Kochen und Essen abwechselnd in einer anderen Wohnung, so dass keiner benachteiligt wurde. Die konnten so gut miteinander und waren alle per Du miteinander, wie eine kleine Familie ging es dann zu.

Soviel zu Liebe und Beziehung in meinem Privatleben - ein absolutes no go

 

....morgen geht es wieder weiter.